„Trausitz.(bnr)19.Mai 2017

Geschichte der Pfarrei Trausnitz und ihrer Skapulierbruderschaft

Aus Anlass des 300jährigen Jubiläums der Skapulierbruderschaft blätterte Dr. Camilla Weber in der Geschichte der Pfarrei Trausnitz und ihrer Bruderschaft. Die Referentin ist Leiterin des Bischöflichen Zentralarchivs in Regensburg und hat ihren Schreibtisch unmittelbar an den Quellen der Geschichte. Für die Zuhörer im Pfarrsaal - es hätten mehrere sein können - wurde ein interessantes Fenster der Geschichte weit geöffnet. Die erste bekannte Erwähnung des Ortes Trausnitz datiert aus dem Jahr 1228 in einer Urkunde des Klosters Speinshart. Zunächst hieß die Pfarrei auch nicht Trausnitz sondern Sessenkirchen, was einige Historiker auf eine Gründung aus der Zeit Karl des Großen zurückführen. Dafür fehlt allerdings der geschichtliche Beleg. Erst später nahm der Ort den Namen der Burg an. Den ersten bedeutenden Einschnitt in die Geschichte der Pfarrei brachte die Reformation. Anders als das nahegelegene Pfreimd nahm Trausnitz 1547 die neue Lehre an, wobei sich im Laufe der Jahrzehnte der Kalvinismus geben das Luthertum  durchsetzte. Schon damals existierte in Trausnitz eine kleine Schule mit 30 Kindern, die von der Gutsherrschaft bezahlt worden ist. Erst 1628 kehrte die Pfarrei zum Katholizismus zurück und wurde den Jesuiten von Nabburg zur Seelsorge übergeben. Die gravierenden Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges führten dazu, dass die Pfarrei nun über fast ein Jahrhundert lang keinen eigenen Pfarrer mehr erhielt und meist von Tännesberg aus seelsorgerisch betreut wurde. Erst 1709 übernahm Pfarrer Johann Paul Gruber die Pfarrei Trausnitz und blieb fast 40 Jahre dort. In die Amtszeit Pfarrer Grubers fällt die Gründung der Skapulierbruderschaft im Jahre 1717. Pfarrer Gruber kannte diese Form der Frömmigkeit aus seiner Heimatpfarrei Neukirchen bei Heilig Blut, in der es bereits eine solche Bruderschaft gab. Das Skapulier oder Schulterkleid geht auf eine Verheißung der Gottesmutter an den Karmeliten Simon Stock zurück: wer mit diesem Skapulier sterbe, werde nicht in die Hölle kommen. Nach den Wirren der Reformation erschienen die Bruderschaften als probates Mittel, die Volksfrömmigkeit wieder zu steigern. Die Säkularisation 1803 ging an Trausnitz eher spurlos vorüber. Die Pfarrei zählte in den acht Orten 1000 Seelen, davon die Hälfte in Trausnitz. Bedeutend war die Wallfahrt in Söllitz, die sehr viele Pilger aufsuchten. Auch die Bruderschaft konnte zu dieser Zeit einen großen Andrang verzeichnen. Beim Titularfest mußten bis zu 10 Geistliche angefordert werden, um die große Zahl von Gläubigen betreuen zu können. Nach einigen Tiefen in der Pfarrgeschichte, die mit dem Verfall der alten Pfarrkirche zum Hl. Wenzeslaus einhergingen, erlebte Trausnitz mit Pfarrer Johann Baptist Schütz einen Neuanfang. Ab 1887 betrieb er den Neubau einer Pfarrkirche, der dann 1893 vollendet werden konnte. Die neue Kirche wurde dem Hl. Josef geweiht. Pfarrer Schütz ist auch die Rettung der Versöhnungskapelle zuzuschreiben. Außerdem ließ er den Pfarrhof herrichten, den Friedhof erweitern und die Wallfahrtskirche in Söllitz nach einem Brand wieder herstellen. Nach 35 Jahren ging 1924 eine Ära zu Ende. Pfarrer Schütz ist in der Versöhnungskapelle begraben und ist bis auf den heutigen Tag der einzige Ehrenbürger von Trausnitz. 1917 erhielt das Skapulier eine neue, aktuelle Bedeutung durch die Erscheinung der Gottesmutter von Fatimna mit dem Skapulier des Karmel - hier steht heuer das 100jährige Jubiläum der Erscheinung an. Das Skapulierfest, das jeweils am dritten Sonntag im Juli gefeiert wird, ist auch heute noch der Höhepunkt im Leben der Pfarrei und der politischen Gemeinde. Eigens für das Jubeljahr hat das Trausnitzer Urgestein Karl Lang ein Freilichtspiel  geschrieben, das am 23, 24, und 25. Juni zur Aufführung kommt und die geschichtlichen Zusammenhänge in beeindruckender Weise wiedergibt.


2017-05-19-KIR-Gesch_Skap - 001
2017-05-19-KIR-Gesch_Skap - 002

Stand: 17. Juli 2021

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